Erfahrungsbericht Go.for.europeAuslandspraktikum in Brescia
Teilnehmende geben authentische Einblicke in den Arbeitsalltag ihres Auslandspraktikums: Atlas, Maja sowie Anna und Elon berichten hier über die Erfahrungen, die sie in Italien gemacht haben.
Vier Wochen in Italien
Am Morgen des 28.09.2025 ging es für uns mit dem Zug von Stuttgart entlang des Züricher Sees und vorbei an Lugano sowie Mailand bis nach Brescia. Aufgeregt wurden wir vom Bahnhof abgeholt und betraten zum ersten Mal die Wohnung, in der wir den nächsten Monat verbringen würden. Gleich am ersten Abend erkundeten wir die nähere Umgebung auf der Suche nach einem Supermarkt, der konträr zu unserer Gewohnheit auch sonntags offen hatte. Mit Google Übersetzer und viel Verwirrung versuchten wir die ungewohnten Zutaten zu entziffern, bevor wir am ersten Abend nervös mit Blick auf die nächsten Tage ins Bett fielen. Am ersten Morgen wurden wir sofort mit der neuen Kultur konfrontiert:
das komplizierte Müllsystem, der unverständliche Busfahrplan und natürlich die Sprache. Wir würden zum ersten Mal unsere Betriebe kennenlernen, in denen wir den nächsten Monat über arbeiten würden, bisher ohne ein Wort italienisch zu können. Was uns erwarten würde, wussten wir nicht. Doch all unsere Sorgen waren umsonst.
Arbeiten in Italien
Mit fröhlichem Winken und lächelnden Gesichtern wurden wir empfangen. Die nächsten Wochen wurden wir immer weiter in unsere Betriebe eingearbeitet. Mit Händen und Füßen sowie Google Übersetzer konnten wir uns mit all unseren Mitarbeitern austauschen. Geholfen hat auch unser Italienisch-Kurs, den wir zwei Mal in der Woche für je 2,5 h hatten.
Nach ein paar Tagen konnten wir die Zahlen verstehen und lernten, durch diese kleinen Erfolge die Sprache immer besser kennen. Der Unterricht war für uns perfekt gestaltet und auch unsere Lehrerin Martha hat jede unserer vielen Fragen (etwa „Warum hat diese Sprache zwei männliche Artikel?“) fröhlich und aufgeschlossen beantwortet.
Kulturelle Erfahrungen
Mit unserem italienischen Halbwissen haben wir uns dann am Wochenende getraut die verschiedenen Angebote in Brescia wahrzunehmen. In der Kulturnacht haben wir eigene Postkarten bemalt, einen auf eine Hauswand geworfenen Film angeschaut und das wunderschöne Theater besichtigt.
Die nächste Woche haben wir die italienische Kultur immer besser kennengelernt. Langsam fanden wir uns besser in unserer Arbeit ein und erzählten uns bei gemeinsamen Abendessen mit leuchtenden Augen, was uns an diesem Tag passiert war.
Unsere Organisation in Italien hatte uns eine Stadtführung organisiert, bei der wir gebannt der langanhaltenden Geschichte Brescias lauschten. Die Stadt war schon sehr früh für seine Industrie und seinen Marmorsteinbruch bekannt geworden, was sich bis in die heutige Zeit zieht, und auch sehr viele deutsche Automarken werden von Fabriken aus Brescia beliefert.
Uns wurde über die U-Bahn berichtet, die sehr tief gegraben wurde, damit man keine aus der Römerzeit stammenden Bestände zerstört. Wir besichtigten eine römische Kirche, bei denen man die Anfänge der heutigen Fußbodenheizung entdecken konnte, und den Dom der Stadt, dessen Decke einen fabelhaften Anblick bot, von dem wir uns kaum losreißen konnten.
Am Domplatz genossen wir einen Pirlo, das typische Getränk in Brescia. Generell begeisterte uns das leckere Essen und besonders ein Käsekuchen, den wir eines Tages entdeckten und den wir uns im Laufe des Monats immer wieder kauften.
Abschied nehmen von Brescia
Am Ende standen wir ein wenig verloren in unserer Wohnung und konnten kaum glauben, dass das Praktikum schon zu Ende war. All das Erlebte ging uns durch den Kopf.
Letztendlich stiegen wir dann ins Auto, wurden zum Flughafen gefahren, wo wir noch ein letztes Mal die italienischen Fahrkünste begutachten konnten, und flogen zurück nach Deutschland mit einer Vielzahl an neuen Erfahrungen im Gepäck, die wir uns vorher nicht hätten ausmalen können.
Fazit
Wir nahmen uns fest vor von der italienischen Kultur zu lernen. Die Gelassenheit während der Arbeit, die Gastfreundlichkeit, die Kaffeepausen, das Modebewusstsein, der familiäre Zusammenhalt und noch vieles mehr.