Brexit Titel
Melinda Nagy - Fotolia

Brexit: Das sind die Folgen für das Handwerk

Was durch den Brexit ab 2020 droht, und wie sich Handwerker aus Baden-Württemberg darauf vorbereiten. Wir haben mit drei Betrieben gesprochen.

Ab 2020 ist Großbritannien ein Drittland

Am 30. März 2019 wird Großbritannien die Europäische Union verlassen. Die verbleibenden Tage zählt bereits der  Brexit-Countdown von Sky . Anschließend wird eine Übergangsphase bis 31. Dezember 2020 eintreten, in der die Briten zwar weiterhin die Vorteile der Zollunion und des Binnenmarkts genießen, politisch aber innerhalb der EU keine Rolle mehr spielen. Einigen sich die EU und Großbritannien bis Ende 2020 nicht auf ein Freihandelsabkommen, wird Großbritannien ein Drittland, vergleichbar mit den USA.

Das sagen die Handwerksbetriebe

Handwerksunternehmen, die in Großbritannien aktiv sind, sollten sich frühzeitig auf die neuen Rahmenbedingungen einstellen. Wir haben Handwerker aus Baden-Württemberg gefragt, wie sie sich auf den Brexit vorbereiten.



Schurig Altmann
Werner Kuhnle Fotojournalist www.kuhnle-foto.de

„Wenn ich heute einen Auftrag für das kommende Jahr erhalte, würde ich den Vertrag nur unterzeichnen, wenn der Auftraggeber einer Sonderklausel zustimmt, die mich vor möglichen höheren Kosten nach dem Brexit absichert.“

 Klaus Schurig

Geschäftsführer
 Altmann Laden- und Innenausbau GmbH

Timo Haug epasit GmbH
Timo Haug

„Wenn ich Listenpreise am Markt für meine Produkte einführe, dann kann ich nicht kurz darauf die Preise erhöhen, weil der Brexit möglicherweise höhere Kosten, Steuern oder Zölle verursacht. Damit wäre ich nicht mehr konkurrenzfähig. Ein Engagement kommt für mich im britischen Markt daher erst in Frage, wenn die Rahmenbedingungen klar und zukunftsfähig sind.“

 Timo Haug

Mitglied der Geschäftsleitung
 epasit GmbH


Frank Herrmann
Spittelmeister GmbH & Co. KG

„Aufträge im Ausland müssen grundsätzlich lukrativer sein als im heimischen Markt. Sonst lohnt sich der Mehraufwand nicht. Wenn ich für mögliche Zusatzkosten nach dem Brexit vielleicht ein oder zwei Prozent meiner Marge dafür aufwenden muss, bleibt der Auftrag immer noch attraktiv und kalkulierbar.“

Frank Herrmann

Geschäftsführer
 Spittelmeister GmbH & Co. KG



Diese Änderungen drohen bei Aufträgen auf der Insel ab 2020 (Stand: April 2018)

Warenlieferungen:

  • Die Zollvorschriften der EU und des Vereinigten Königreichs müssen beachtet werden (Zollanmeldungen, Genehmigungen, Zölle).
  • Nichttarifäre Handelshemmnisse, z.B. neue Zertifizierungen, könnten aufgebaut werden

Mitarbeiterentsendung:

  • EU-Bürger könnten eine Arbeitserlaubnis benötigen, um in Großbritannien arbeiten zu dürfen.

 So erfüllen Sie Ihre Aufträge in Drittländern rechtssicher und erfolgreich:

 Warenlieferung

 Mitarbeiterentsendung

Unsere Empfehlung: eine "Brexit-Klausel"

Handwerksunternehmen, die in Großbritannien aktiv sind, sollten selbst für alle Eventualitäten vorsorgen. Deshalb raten wir allen betroffenen Unternehmen: Nehmen Sie eine Brexit-Klausel in Ihre Verträge auf. Damit steht es den Parteien frei, bei spürbaren finanziellen Auswirkungen des Brexit, den Vertrag zu kündigen oder Preisanpassungen vorzunehmen. Sofern der Vertragspartner nicht zustimmt, sollten Sie kürzere Laufzeiten in der Übergangsphase vereinbaren, um zeitnah neuere Verträge an die wirtschaftlichen Auswirkungen anpassen zu können.



Handwerk International Baden-Württemberg, Enterprise Europe Network Baden-Württemberg

Aline Theurer

Außenwirtschaftsberaterin

Heilbronner Straße 43
70191 Stuttgart
Tel. 0711 1657-252
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