Brexit Titel
Melinda Nagy - Fotolia

Das Handelsabkommen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich steht. Wir informieren Sie darüber, was seit dem 1. Januar 2021 gilt.Brexit: Das gilt jetzt!

Wie gestalten sich die partnerschaftlichen Entwicklungen nach dem Brexit?

Seit dem 1. Februar 2020 ist das Vereinigte Königreich kein EU-Mitglied mehr.

Während der einjährigen Übergangsfrist blieben die bisherigen Handelsregelungen bestehen. Diese Frist endete am 31.12.2020.

Seit dem 1. Januar 2021 ist das Vereinigte Königreich nun nicht mehr Teil des EU-Binnenmarktes sowie der EU-Zollunion und der Partnerschaftsvertrag zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich tritt vorläufig in Kraft.

Auf dieser Seite finden Betriebe mit Geschäftsbeziehungen zum Vereinigten Königreich alle bisher feststehenden Änderungen sowie zahlreiche Tipps und Links.





Ihre Ansprechpartnerinnen bei Handwerk International

Lucy Schulze
Außenwirtschaftsberaterin

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Europapolitische Sprecherin / Abteilungsleiterin

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Diese Änderungen stehen bereits fest

Die folgenden Änderungen stehen bereits fest und werden von uns kontinuierlich ergänzt.

 

++WICHTIG++
In vielen Bereichen des Abkommen sind noch Detailregelungen und Ausführungsbestimmungen erforderlich. Das Abkommen deckt zudem nicht alle für das Handwerk relevanten Bereiche ab. In einigen Bereichen gelten zudem Übergangsregelungen. Auf dieser Basis sind noch nicht alle Auswirkungen des Abkommens auf das Handwerk im Detail bekannt.
Wir werden jeweils aktuell informieren, wenn weitere Detailregelungen und ihre Auswirkungen auf die Arbeit der Handwerksbetriebe vorliegen.



NEWS
Seit dem 1. Juli 2021 benötigen Grenzgänger ein "Frontier Worker permit", um im Vereinigten Königreich zu arbeiten.

Nur wer vor dem 31.12.2020 als Grenzgänger im Vereinigten Königreich gearbeitet hat, kann dies auch weiterhin ohne größere bürokratische Hemmnisse tun. Voraussetzung: Sie müssen ein „permit“ online beantragen.
Beantragen können Sie dieses, wenn Sie außerhalb des Vereinigten Königreichs wohnen und vor dem 31. Dezember 2020 im Verenigten Königreich gearbeitet haben.
„Nicht wohnen“ bedeutet entweder ein Aufenthalt im Vereingten Königreich von nicht mehr als 180 Tagen während der vergangenen 12 Monate oder zumindest eine Rückkehr in das Heimatland während der vergangenen sechs Monate (oder zwei während der vergangenen zwölf Monate), es sei denn, es gab besondere Gründe, die dies verhindert haben.
Wenn seit dem ersten Arbeitseinsatz im Vereinigten Königreich mehr als 12 Monate vergangen sind, muss wenigstens einmal pro Zwölfmonatszeitraum dort gearbeitet worden sein. Sollte es hier Lücken geben, die auf Schwangerschaft, Krankheit oder Arbeitslosigkeit zurückzuführen waren, bleibt das Recht dennoch erhalten. An den Begriff des Arbeitens sind allerdings Anforderungen geknüpft: Vereinzelte bzw. isolierte Aktivitäten wie zum Beispiel die Unterzeichnung eines Vertrages oder die Beteiligung an einem Vorstellungsgespräch genügen nicht. Die Arbeit muss „genuine and effective“ gewesen sein, also – in etwa – authentisch und relevant.

1. Zollformalitäten

Freihandelsabkommen

Zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU gilt seit dem 1. Januar 2021 ein Freihandelsabkommen. Anders als bisher im Binnenmarkt gilt die darin vereinbarte Zollfreiheit nur für Ursprungswaren der Vertragspartner (EU und VK) und nicht für zugekaufte Waren aus Nicht-EU-Ländern. Eine Kumulierung mit anderen Freihandelsabkommen ist nach jetzigem Stand nicht vorgesehen (d.h. zugekaufte Waren aus Drittländern mit denen die EU ebenfalls ein Freihandelsabkommen hat, werden nach jetzigem Stand nicht für die Ursprungseigenschaft als EU-Ware im Sinne des Abkommens anerkannt). Die Briten haben zudem mit knapp 70 anderen Ländern Freihandelsabkommen geschlossen.
Sofern ein Handelsabkommen vorliegt, können Sie von einem Präferenzzollsatz profitieren. Dies gilt es zu prüfen und hängt z.B. ab von der Art der Ware, der Art der Warenbewegung (Import oder Export) sowie dem Herkunfts- und Bestimmungsland der Ware. (Stand: Juli 2021)

 

 

 

EORI-Nummer

Alle EU-Unternehmen, die Waren aus dem Vereinigten Königreich ein- oder in das Vereinigte Königreich ausführen wollen, müssen seit 2021 die Warenlieferungen zur Ein- bzw. zur Ausfuhr elektronisch anmelden Dazu ist eine deutsche EORI-Nummer erforderlich. Wer noch keine EORI-Nummer hat, sollte diese schnellstmöglich über den deutschen Zoll beantragen.

Handlungsbedarf bei Lieferbedingung „frei Haus“
Allen deutschen Unternehmen, die bisher „frei Haus“ an ihre Kunden im Vereinigten Königreich geliefert haben, empfehlen wir, die Lieferbedingung mit dem englischen Partner neu zu definieren. Bei einer Frei-Haus-Lieferung (DDP) verpflichten Sie sich gegenüber dem Kunden, die Waren verzollt in das Vereinigten Königreich einzuführen. Voraussetzung für die Verzollung bei der Einfuhr in UK (Drittland) ist seit dem 1. Januar 2021 die umsatzsteuerliche Registrierung sowie die Beantragung einer UK-EORI-Nummer bei der englischen Zollbehörde. Die ist mit zusätzlichem Verwaltungsaufwand und Kosten verbunden. (Stand: Juli 2021)

 

Zulassungen und Zertifizierungen

Seit dem 1. Januar.2021 gehen das Vereinigte Königreich und die Europäische Union auch in diesem Bereich getrennte Wege.
Das Abkommen regelt einzelne Teilbereiche. Unter anderem betroffen sind KFZ-Ausrüstungen und Teile (Typengenehmigungszertifikate und internationalen Standards) und Arzneimittel (z.B. gegenseitige Anerkennung von Inspektionsergebnissen, aber nicht der Zulassungen).
Sie importieren von Geschäftspartnern aus dem VK Medizinprodukte, Maschinenteile oder Bauprodukte: Es ist nach dem Unionsrecht eine Zertifizierung durch eine benannte Stelle der EU erforderlich. Weisen Sie Ihren Geschäftspartner darauf hin, dass eine Zertifizierung nach EU-Standards erforderlich wird. 
Sie beliefern Geschäftspartner im VK mit Maschinen, Anlagen, Medizinprodukten: Fragen Sie nach, ob eine Zertifizierung ab jetzt in VK erforderlich wird. Es können bestehende Zertifikate, die vom VK gewährt wurden, in einem anderen EU-Mitgliedstaat übertragen werden. Hierzu ist eine vertragliche Vereinbarung zwischen dem Unternehmen, der britischen sowie der benannten Stelle innerhalb der EU notwendig. (Stand: Januar 2021) 

 

 

 

CE-Kennzeichnung

Seit dem 1. Januar 2021 ersetzt das neue britische Label „UKCA“ (United Kingdom Conformity Assessed) im VK das CE-Zeichen. Die CE-Kennzeichnung behält aber bis 31. Dezember 2022 in Großbritannien ihre Gültigkeit, sofern die britischen und die EU Produktvorschriften identisch sind. Für CE-Zeichen bei Medizinprodukten gilt eine längere Übergangsfrist: diese werden bis Juni 2023 im VK anerkannt. Erstmal nicht ändert sich an den technischen Produktanforderungen sowie den Verfahren zur Konformitätsbewertung. Das Vereinigte Königreich übernimmt die bestehende EU-Gesetzgebung in nationales Recht. Die Europäischen harmonisierten Normen und Standards werden in „UK designated standards“ umgewandelt. Für Nordirland kann weiterhin die CE-Kennzeichnung verwendet werden, da Nordirland weiterhin Teil des EU-Binnenmarktes für Waren bleibt. (Stand: September 2021)

 

 

 

Zolltarif / Waren auf Zollsätze bei der Einfuhr prüfen

Seit Januar 2021 gilt ein neues Zolltarifsystem im VK, welches sich vom EU-Zolltarif unterscheidet:

  • Die durchschnittlichen Zollsätze des UKGT sind geringer als die Zollsätze des EU-Zolltarifs.
  • Zahlreiche Zölle werden auf null gesetzt (beispielsweise Rohre aus Kupferlegierungen, Schrauben, Spülmaschinen oder Weihnachtsbäume, LED-Lampen).
  • Zölle auf landwirtschaftliche und Fischereiprodukte, PKW und Waren aus Keramik werden jedoch zum Schutz der britischen Industrie beibehalten.
  • Zollsätze, die im EU-Zolltarif bisher geringer als 2 Prozent betragen, werden abgeschafft.
  • Die Meursing-Zusatzcodes werden abgeschafft. (Stand: Juli 2021)


 HINWEIS

Generell ist eine Zollanmeldung ab einem Warenwert von € 6.000 vorgeschrieben. Aufgrund der aktuell noch ungewissen Lage an den Zollstellen ist es jedoch empfehlenswert, bereits ab einem Warenwert von € 1.000 eine Zollanmeldung vorzunehmen. Dies wird aktuell von einigen Speditionen gefordert, obwohl sie nicht explizit vorgeschrieben ist.
Wenn Waren auf dem Landweg, bspw. über Frankreich nach Großbritannien transportiert werden, ist zudem zu beachten, dass die Außenzollstelle nicht mehr in Deutschland, sondern in Frankreich liegt und somit dort geltende Regelungen Anwendung finden. (Stand: März 2021)



2. Zoll- und Steuervorschriften für die Ein- und Ausfuhr von Waren

Ursprungseigenschaft

Wie bei anderen Freihandelsabkommen (wie z.B. mit der Schweiz) gibt es im Abkommen Ursprungsregeln, welche Waren Ursprung verleihen. Wertschöpfung und Herkunft verarbeiteter Vormaterialien sind hierfür wesentliche Faktoren. 
Auf viele Waren mit präferenziellem Ursprung EU gewährt das Vereinigte Königreich Zollfreiheit. Ausführer können Erklärungen zum Ursprung für Ausfuhren in das Vereinigte Königreich mit Lieferantenerklärungen der Vorlieferanten belegen. Die Lieferantenerklärungen müssen spätestens bis zum 1. Januar 2022 im Besitz des Ausführers befinden.

Vormaterial aus dem Vereinigten Königreich
Vormaterial von Ihren Geschäftspartnern aus dem  Vereinigten Königreich ist ab jetzt Drittlandswaren. In der Praxis bedeutet dies, dass Sie und Ihre Kunde mit Sitz in der Europäischen Union die eigenen Lieferketten in Bezug auf den präferenzberechtigten Warenverkehr neu bewerten müssen.
Die Ursprungserklärung kann z.B. auf der Rechnung erfolgen.

Ursprungsnachweise ausgestellt in der EU
Bis zu einem Wert von 6.000 Euro kann die Ursprungserklärung von jedermann erstellt werden. Ab einem Warenwert von 6.000 Euro dürfen nur Registrierte Ausführer (REX) eine Ursprungserklärung abgeben. Die REX-Nummer ist anzugeben. Der Ermächtigte Ausführer gilt nicht. (Stand: Mai 2022)



Vorleistungen

Waren des VK sind nach Ablauf der Übergangsfrist keine EU-Waren mehr und folglich für Lieferungen in andere Drittländer nicht mehr präferenzberechtigt.
Alle Vorprodukte und Verarbeitungsvorgänge des VK werden bei Lieferantenerklärungen für andere Drittländer mit Freihandelsabkommen fortan als „ohne Ursprungseigenschaft“ behandelt. In der Praxis bedeutet dies, dass die EU-Ausführer ihre Lieferketten neu bewerten müssen. (Stand: Januar 2021)

 

 

 

Mehrwertsteuer

Wie bei allen Exporten in Drittländer stellen Sie ab jetzt bei Lieferungen in das Vereinigte Königreich eine Nettorechnung an Ihren Kunden im Vereinigten Königreich. Vergessen Sie nicht den Ausfuhrvermerk vom Zollamt, der dem deutschen Finanzamt als Nachweis für die umsatzsteuerbefreite Ausfuhrlieferung dient. (Stand: Juli 2021)

 

 

1. Niederlassung und Dienstleistungen

Niederlassungsfreiheit und freier Dienstleistungsverkehr

Im Dienstleistungsverkehr werden verschiedene Arten der Dienstleistungserbringung unterschieden. Wenn die Dienstleistung mit keiner Mitarbeiterentsendung verbunden ist, ist sie grundsätzlich erlaubt, sofern sie nicht in Negativlisten vertraglich ausgeschlossen ist. Geschäftsreisen sind bis zu 90 Tagen in einem 6 Monatszeitraum visafrei möglich.

Visafrei möglich soll auch der Aufbau, Abbau oder die Wartung von Waren sein, die eine EU-Firma an einen im Vereinigten Königreich ansässigen Kunden verkauft oder vermietet. Nach den derzeit noch geltenden britischen Regeln, ist das allerdings bisher nur für die Hersteller und Lieferanten der entsprechenden Waren möglich; nach dem Partnerschaftsabkommen auch für die Verkäufer.

Das Abkommen erlaubt die Einreise und den vorübergehenden Aufenthalt von Erbringern vertraglich geschuldeter Dienstleistungen „Contractual Service Suppliers“ (CSS); dasselbe gilt für selbständig tätige Dienstleister („independent professionals“). Allerdings sind die Berechtigungen nur im Rahmen konkreter Regelungen für bestimmte Branchen und Aktivitäten gewährleistet. Es gibt erhebliche Einschränkungen, und das Beantragen von vorherigen Genehmigungen ist aufwändig.
Es gilt: für eine kurze Geschäftsreise, welche der Erbringung verkaufsnaher Dienstleistungen dient, kann man visumfrei einreisen. Wenn man zur Erbringung vertraglich geschuldeter Dienstleistungen einreisen möchte, benötigt man ein Visum.

Die genaue Abgrenzung vom visafreien Aufbau einer gelieferten Ware und visapflichtigen Montagetätigkeiten ist bisher noch unklar und gestaltet sich schwierig. Die Erbringung visapflichtiger Dienstleistungen ist mit einem komplizierten Visabeantragungsverfahren verbunden. Die entsprechende Branche muss in einer Positivliste genannt sein. Ein "Sponsorship Certificate" des britischen Auftraggebers, der vom britischem Home Office berechtigt wurde, ist erforderlich. Zudem müssen weitere Voraussetzungen (Qualifikation, Mindestlohn etc.) erfüllt sein, sodass ein Visum erteilt wird. Die Voraussetzung, dass mindestens ein Hochschul- oder gleichwertiger Abschluss vorliegt, wird zwar Meistern erlauben, im VK zu arbeiten, Gesellen können allerdings dann nicht mehr entsendet werden.

Bei Aufträgen, die Mitarbeiterentsendungen ins Vereinigte Königreich beinhalten, sollten Sie also vor der Angebotserstellung abklären, ob diese Mitarbeiterentsendung künftig möglich und ob dazu ein Visum erforderlich ist. (Stand: Juli 2021)

 

 

 

Niedergelassene Dienstleistungserbringer

Um Zugang zum jeweils anderen Markt zu erhalten, müssen sowohl die im VK als auch die in der EU niedergelassenen Dienstleistungserbringer nachweisen, dass sie alle Vorschriften und Verfahren einhalten und/oder über alle Genehmigungen verfügen, die für die Erbringung von Dienstleistungen jeweils in der Europäischen Union oder im VK durch ausländische Staatsangehörige erforderlich sind. (Stand: Juli 2020)

 

 

 

2. Berufliche Qualifikationen

Anerkennung

Staatsangehörige des VK, unabhängig davon, wo sie ihre Qualifikationen erworben haben, sowie EU-Bürger mit im VK erworbenen Qualifikationen müssen diese in den betreffenden Mitgliedstaaten auf der Grundlage der dort geltenden Vorschriften für Drittstaatsangehörige und/oder in Drittstaaten erworbene Qualifikationen anerkennen lassen.

Im European Union (Withdrawal) Act 2018 hat das VK weite Bereiche des EU-Rechts in nationales Recht überführt, teils mit einigen Anpassungen. Hierunter fällt auch die Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen. Somit gelten vorerst die European Union (Recognition of Professional Qualifications) Regulations 2015 in der Fassung der Änderung durch die Recognition of Professional Qualifications (Amendment etc.) (EU Exit) Regulations 2019 weitestgehend fort. Da das VK dies als vorübergehende Praxis ansieht, wird mittelfristig eine umfassende Reform geplant.
Anerkennungsentscheidungen aus der Zeit vor dem Ende der Übergangsphase behalten ihre Gültigkeit.
(Stand: Juli 2021)

 

 

 

1. Personenfreizügigkeit
 

Personenkontrollen

Staatsangehörige des Vereinigten Königreichs, die in die EU und den Schengen-Raum einreisen, werden wie Drittstaatsangehörige behandelt und daher an den Grenzen des Schengen-Raums eingehend kontrolliert.

Ab dem 1. Oktober 2021 ist die Einreise nur noch mit Reisepass, nicht mehr mit Personalausweis, möglich.
Nur wenn man zu einer der folgenden Gruppen gehört, kann man noch mindestens bis zum 31. Dezember 2025 mit dem Personalausweis einreisen:

  • Personen mit dauerhaftem Status aufgrund des EU Settlement Scheme
  • Personen mit Grenzarbeitergenehmigung
  • S2 Healthcare Visitor
  • Swiss Service Provider (Stand: Juli 2020)

 



 

Mitarbeiterentsendung

Einreise als „short-term business visitor“

Prüfen Sie, ob die Tätigkeit in der Liste  „Permitted Activities for visitors“; wenn ja, dann wird kein Visum benötigt.
Es gilt genau zu überprüfen, ob die gelisteten Aktivitäten unter den Reitern „General Business Activities“ und „Manufacture and supply of goods to the UK“ Ihren geplanten Tätigkeiten im VK entsprechen.

Die genannten Dienstleistungen für den „short term business visitor“, die für Handwerker in Frage kommen könnten, sind im Wortlaut:

  • Bspw. „Manufacturing and supply of goods to the UK“ - PA7: An employee of a foreign manufacturer or supplier may install, dismantle, repair, service or advise on equipment, computer software or hardware where it has a contract of purchase or supply or lease with a UK company or organisation.

  • „after-sales or after-lease service“: installers, repair and maintenance personnel and supervisors, possessing specialised knowledge essential to a seller's contractual obligation, supplying services or training workers to supply services pursuant to a warranty or other service contract incidental to the sale or lease of commercial or industrial equipment or machinery, including computer software, purchased or leased from a legal person of the Party of which the Short-term business visitor is a natural person throughout the duration of the warranty or service contract.

Es ist empfehlenswert, ein Bestätigungsschreiben mitzuführen, das sich auf die erlaubten Aktivitäten bezieht und bei der Grenzkontrolle vorgezeigt werden kann. Dennoch ist es keine rechtssichere Garantie, auch einreisen zu können!

Mitzuführende Unterlagen:

  • Schreiben über Begründung zur Einreise als „short term business visitor“ / Erklärung über Arbeitsumfang im VK (mit Verweis auf die visafreien erlaubten Tätigkeiten)
  • Auftragsbestätigung (vertragliche Verbindung zum Unternehmen in UK sollte kenntlich gemacht sein)
  • Schreiben vom britischen Geschäftspartner über die Dringlichkeit der Arbeiten und über die besonderen Qualifikationen, über die der Mitarbeiter verfügt
  • A1-Bescheinigung (von der Krankenkasse zu erhalten)
  • Hotelbuchungsbestätigung
  • Rückflugtickets
  • Kontaktperson bei Rückfragen
  • Ggf. weitere erforderliche Dokumente

(Stand: Juli 2021)



Visum

Für Kurzaufenthalte (bis zu 90 Tage in einem Zeitraum von 180 Tagen) sind sowohl Staatsbürger des Vereinigten Königsreichs, als auch EU-Bürger von der Visumspflicht weiterhin befreit.

Zur Erbringung vertraglich geschuldeter Dienstleistungen wird nun ein Visum benötigt. Erkundigen Sie sich frühzeitig, ob und welches Visum für Sie in Frage kommt. Planen Sie für die Beantragung des Visas zusätzliche Zeit und Kosten ein.
Wenn die Tätigkeit Ihres Mitarbeiters nicht unter die „erlaubten Aktivitäten“ fällt, können Sie auf der britischen Webseite interaktiv prüfen, ob und welches Visum für die Einreise erforderlich ist.



Neue UK-Visamöglichkeiten mit den britischen Global Business Mobility Visa

Um vorübergehende wirtschaftliche Betätigung im VK zu ermöglichen, setzt die britische Regierung neue Regeln für Visa um. Die neuen Regelungen gelten bereits seit dem 11. April 2022.

Kategorie Service Supplier – vormals CSS

Auf britischen Regierungsseiten werden Service Suppliers wie folgt definiert:

  • an overseas service provider that has a contract to supply services to the sponsor on which the applicant will work
  • the applicant’s own self-employed business as a service provider that is contracted to supply services to the sponsor
  • a subcontracting business (including self- employed) that will provide services to the sponsor via a contractual chain

 Dieser Weg ersetzt die vertraglich gebundenen Dienstleistungserbringer und Freiberufler des Weges "Temporary Worker - International Agreement". Dieser Weg richtet sich an ausländische Arbeitskräfte, die zeitlich befristete Arbeitseinsätze im Vereinigten Königreich absolvieren werden und entweder als vertraglich gebundene Dienstleister bei einem ausländischen Dienstleister angestellt sind oder als Selbstständige im Ausland tätig sind und einen Einsatz im Vereinigten Königreich absolvieren müssen, um Dienstleistungen zu erbringen, die unter eines der internationalen Handelsabkommen des Vereinigten Königreichs fallen.

Britische Sponsoren müssen den Vertrag mit einem ausländischen Dienstleister registrieren und vom Innenministerium genehmigen lassen, bevor sie eine Person auf diesem Weg sponsern. Einzelpersonen müssen insgesamt 40 Punkte erreichen - der britische Sponsor muss vom Innenministerium für das Sponsoring eines "Dienstleistungsanbieters" zugelassen sein, und die Sponsoring-Bescheinigung muss bestätigen, dass die Tätigkeit einem für das Sponsoring in dieser Kategorie erforderlichen Qualifikationsniveau entspricht. Beachten Sie, dass für diese Kategorie kein Mindestgehalt oder ein üblicher Satz für den entsprechenden Beruf erforderlich ist.

Einzelpersonen müssen die Anforderungen an die englische Sprache nicht erfüllen, aber sie müssen das Erfordernis der "Nationalität" für diese spezielle Kategorie erfüllen.

Es bleibt somit die Notwendigkeit des Sponsorships durch den britischen Auftraggeber bestehen, und die mindestens einjährige Vorbeschäftigungszeit in der eigenen Firma – beziehungsweise für die entsendende Gesellschaft – ist nach wie vor erforderlich. Ebenfalls notwendig: dreijährige (Angestellte) beziehungsweise sechsjährige (Selbständige) Erfahrung in der Erbringung der relevanten Dienstleistung.

Hinsichtlich der möglichen Tätigkeiten gilt, dass sie im Anhang der „Skilled Occupations“ genannt und ausdrücklich als „eligible“ für die GBM (Global Business Mobility) Visa gekennzeichnet sein muss. Alternativ, als Option B, gilt die Anforderung eines Hochschulabschlusses, oder einer vergleichbaren technischen Qualifikation.

Das Visum wird in der Regel für maximal sechs Monate, ausnahmsweise für bis zu zwölf Monate ausgestellt werden.



Secondment Worker

Als „Secondment Worker“ kann sich um ein Visum bewerben, wer im Rahmen eines „high value contract or investment“ für seinen ausländischen Arbeitgeber im VK sein und arbeiten muss. Als „high value“ gilt eine Investition von mind. £10 Millionen pro Jahr oder £50 Millionen Gesamtvolumen.

Die angestrebte Tätigkeit muss im Anhang „Skilled Occupations“ gelistet sein. Auch Sponsorship ist hier erforderlich. Bei „contracts“ können die Vertragspartner als Sponsoren auftreten.

Zur maximalen Aufenthaltsdauer der Secondment Worker gilt: im Grundsatz für die Dauer der notwendigen Tätigkeit / Erledigung der Aufgaben plus 14 Tage oder nach einem Jahr nach Arbeitsantritt im Vereinigten Königreich. Eine Verlängerung ist möglich, darf aber nicht dazu führen, dass bei der Zusammenrechnung von Zeiten mit anderen Visa mehr als fünf Jahre innerhalb eines sechsjährigen Zeitraums im VK zusammenkommen.

In den neuen Einwanderungsbestimmungen wird bestätigt, dass die Bewerber, je nachdem, welche der oben genannten Aufgaben sie wahrnehmen, die folgenden Anforderungen erfüllen müssen:

  • Sponsoring durch die britische Einrichtung, die die Bewerber aufnimmt
  • Angemessenes Qualifikationsniveau für die Stelle
  • Eine Gehaltsschwelle bzw. Einhaltung des britischen Mindestlohns
  • Mindestdauer der Beschäftigung des Bewerbers bei der ausländischen Firma

Die Einsätze sind zeitlich begrenzt (obwohl sie flexibel sind und in einen dauerhaften Status umgewandelt werden können sollten)



 Tipp
Lassen Sie sich bei einer Ablehnung der Einreise an der Grenze dies schriftlich durch die Grenzbeamten bestätigen, um dies später ggf. dem britischen Vertragspartner nachweisen zu können.

 

Führerschein

Für vom VK ausgestellte Führerscheine kann die gegenseitige Anerkennung nach Unionsrecht nicht mehr in Anspruch genommen werden. Ihre Anerkennung wird auf Ebene der Mitgliedstaaten geregelt sein. In Mitgliedstaaten, die Vertragsparteien des Genfer Abkommens über den Straßenverkehr aus dem Jahr 1949 sind, findet dieses Abkommen Anwendung. (Stand: Juli 2020)

 



 

1. Mobilität
 

Mitarbeiter einstellen

Unternehmen, die Staatsangehörige des Vereinigten Königreichs einstellen wollen, müssen sich an die für Drittstaatsangehörige geltenden Vorschriften der Union und der betreffenden Mitgliedstaaten halten.
In Deutschland erforderlich: Meldung beim Einwohnermeldeamt, Klären der Aufenthaltsgenehmigung, deutscher Arbeitsvertrag (Stand: Januar 2021)

 

 

 

Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit

Die gegenseitige Anerkennung der Systeme der sozialen Sicherheit erfolgte in einem separaten Protokoll. Vorübergehend können die bisherigen Formulare zum Nachweis der Sozialversicherung bei Kurzzeitentsendung weiterhin verwandt werden (sog. A1 Formular).

Ein Ausschuss für die Koordinierung der Sozialversicherung soll eine längerfristige Regelung erarbeiten. Bis zu dieser dauerhaften Regelung bleibt die Übergangsregelung in Kraft. Unter dieser Übergangsregelung bleiben ausgestellte Dokumente  für die Dauer, für die sie ausgestellt sind, gültig, auch wenn zwischenzeitlich eine neue Regelung in Kraft treten sollte. (Stand: Januar 2020)

 

 

 

1. Im Vereinigten Königreich eingetragene Unternehmen
 

Anerkennung

Im VK eingetragene Unternehmen gelten als Drittlandsunternehmen und werden nicht automatisch gemäß Artikel 54 AEUV anerkannt. Ihre Anerkennung unterliegt dem nationalen Recht für in Drittländern eingetragene Unternehmen. (Stand: Juli 2020)

 

 

 

Zweigniederlassungen

Zweigniederlassungen von im VK eingetragenen Unternehmen in EU-Mitgliedstaaten werden als Zweigniederlassungen von Drittlandsunternehmen betrachtet. (Stand: Juli 2020)

 

 

 

Tochterunternehmen

Tochterunternehmen von britischen Unternehmen in der Union sind grundsätzlich EU-Unternehmen und unterliegen weiterhin allen einschlägigen Rechtsvorschriften der Union und der Mitgliedstaaten. (Stand: Juli 2020)

 

 

 

 




Brexit - das regeln Austrittsabkommen und Nordirland-Protokoll
 

Austrittsabkommen - Fließender Übergang bei Lieferungen, Zoll und Steuern
 

  • Es ermöglicht, dass Waren, die vor Ende des Übergangszeitraums in Verkehr gebracht wurden, weiter auf dem Markt der EU oder des Vereinigten Königreichs angeboten werden, bis sie ihren Endverbraucher erreichen, ohne dass es einer Neuzertifizierung, Neuetikettierung oder Produktänderung bedarf.
  • Es sieht Verfahren für die Durchführung und Beendigung laufender Warenbeförderungen innerhalb der Union, laufender Zollverfahren sowie laufender Angelegenheiten im Bereich Mehrwertsteuer und Verbrauchsteuern vor.




Das Protokoll zu Irland und Nordirland - Zoll- und Binnenmarktregeln bleiben auf der Insel bestehen
 

  • Das Protokoll stellt eine stabile Lösung dar, die parallel zum Handelsabkommen mit dem Vereinigten Königreich gilt.
  • Es sieht vor, dass Nordirland in einem gemeinsamen Zollgebiet mit dem restlichen Vereinigten Königreich ist, aber gleichzeitig eine spezielle Zollpartnerschaft mit der EU bildet, in der grundsätzlich der EU-Zollkodex angewandt wird.
  • Außerdem finden alle relevanten EU-Binnenmarktregeln weiterhin in Nordirland Anwendung.




 
 
Brexit - Unsere Tipps

 

 
Incoterms in bestehenden Verträgen:

Prüfen Sie unbedingt bestehende Kauf- und Lieferverträge auf die vereinbarten Incoterms, damit Sie nicht unerwartet die Logistik- und Zollkosten tragen müssen.

EXW - Ex Works

Der Verkäufer bietet die Ware versandfertig an seinem Standort an. Mit der Regelung muss der Käufer für Logistik- und Zollkosten aufkommen.
Achten Sie als Verkäufer darauf, die Ausfuhrbescheinigung später durch den Kunden zu erhalten, um nachweisen zu können, dass die Ware tatsächlich ins Ausland geliefert wurde.

DAP - Delivered at Place

Der Verkäufer trägt die Kosten der Lieferung der Ware inklusive Transportkosten zum Bestimmungsort.
Ausdrücklich ausgenommen sind die Kosten für die Durchführung sämtlicher erforderlicher Einfuhrformalitäten. Diese werden vom Käufer getragen.

DDP - Delivery Duty Paid

Der Verkäufer muss die Ware auf eigene Kosten und Gefahr bis zu einem Bestimmungsort im Importland liefern und dabei alle anfallenden Formalitäten erledigen sowie neben allen Kosten auch alle Einfuhrabgaben tragen.
DDP bedeutet also „geliefert verzollt“ und entspricht inhaltlich DAP plus Zoll- und Steuerabwicklung.



 

A1-Bescheinigungen bis 31.12.2020 noch für 24 Monate gültig

Seit dem 1. Januar 2021 gelten die Regelungen zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit unter den im Handels- und Kooperationsabkommen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich (Partnerschaftsvertrag) genannten Voraussetzungen vorerst weiter.

Zum Nachweis einer Entsendung im Rahmen des Abkommens wird während eines Übergangszeitraums zunächst weiterhin eine A1-Bescheinigung ausgestellt. 

 



Schulungen

Klären Sie mir Ihren Mitarbeitern, ob ggf. bereits Erfahrungen mit der Auftragsabwicklung in Drittstaaten bestehen und planen Sie frühzeitig entsprechende Schulungen.

 

 





Lucy Schulze
Außenwirtschaftsberaterin

Tel. 0711 1657-241
Mobil 0152 08309216
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Isabella Weeth
Europapolitische Sprecherin / Abteilungsleiterin

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Brexit - Das sagen Handwerksbetriebe, die in Großbritannien aktiv sind
 

Schurig Altmann_kleiner
Werner Kuhnle Fotojournalist www.kuhnle-foto.de

 
„Wenn ich heute einen Auftrag für das kommende Jahr erhalte, würde ich den Vertrag nur unterzeichnen, wenn mich eine Sonderklausel vor möglichen höheren Kosten nach dem Brexit absichert.“

 Klaus Schurig

Geschäftsführer
Schurig GmbH

Timo Haug epasit GmbH_kleiner
Timo Haug

„Wenn ich Listenpreise für meine Produkte einführe, kann ich sie nicht kurz darauf erhöhen, weil der Brexit möglicherweise höhere Kosten verursacht. Damit wäre ich nicht mehr konkurrenzfähig. Ein Engagement im britischen Markt kommt für mich daher erst in Frage, wenn die Rahmenbedingungen klar  sind.“

 Timo Haug

Mitglied der Geschäftsleitung
 epasit GmbH


Frank Herrmann Spittelmeister_kleiner
Spittelmeister GmbH & Co. KG

„Aufträge im Ausland müssen grundsätzlich lukrativer sein als im heimischen Markt. Sonst lohnt sich der Mehraufwand nicht. Wenn ich für mögliche Zusatzkosten nach dem Brexit vielleicht ein oder zwei Prozent meiner Marge aufwenden muss, bleibt der Auftrag immer noch attraktiv und kalkulierbar.“

Frank Herrmann

Geschäftsführer
 Spittelmeister GmbH & Co. KG





Lucy Schulze STEFFENMUELLERFOTOGRAFIE

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Heilbronner Straße 43
70191 Stuttgart
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Isabella Weeth STEFFENMUELLERFOTOGRAFIE

Isabella Weeth

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Heilbronner Straße 43
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